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Ramipril: Antworten auf die 14 häufigsten Fragen zum ACE-Hemmer

Apotheker-geprüfte Auskunft zur Dosierung, Einnahme und Nebenwirkungen von Ramipril

Ramipril ist ein ACE-Hemmer, welcher zur Behandlung von Nierenerkrankungen, Bluthochdruck, Herzschwäche und als präventive Medikation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt wird. ACE-Hemmer unterdrücken die Wirkung des Angiotensin-Konversionsenzyms, welches ansonsten Angiotensin II aus Angiotensin I transformiert. Angiotensin II ist für eine starke Verengung der Blutgefäße verantwortlich. Durch die Entspannung der Blutgefäße sinkt der Blutdruck und die Herzarbeit wird reduziert. Auch das "Dursthormon" Aldosteron wird durch Angiotensin II bedingt, weshalb eine Hemmung von Aldosteron zudem eine leichte diuretische (entwässernde) Wirkung hat, wodurch wiederum der Blutdruck gesenkt wird. Wir beantworten die 14 häufigsten Fragen zum ACE-Hemmer Ramipril.

Wir hoffen, die Informationen in diesem Artikel sind hilfreich und bitten Sie, diese lediglich als solche wahrzunehmen. Dieser Artikel ersetzt keinen professionellen ärztlichen Rat. Falls Sie Bedenken zu Ihrer Medikation haben, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Dies ist besonders wichtig, falls Sie mehrere Medikamente einnehmen oder bestehende Risikofaktoren oder Unverträglichkeiten haben.

  1. Was ist Ramipril?
  2. Wie schnell tritt die Wirkung von Ramipril ein?
  3. Wie ist Ramipril erhältlich?
  4. Was muss ich vor der Einnahme von Ramipril beachten?
  5. Besitzt Ramipril Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?
  6. Wie nehme ich Ramipril ein?
  7. Soll ich eine versäumte Einnahme von Ramipril nachholen?
  8. Wie lange darf ich Ramipril nehmen?
  9. Wie kann ich Ramipril am besten absetzen?
  10. Welche Nebenwirkungen kann Ramipril haben?
  11. Was ist bei einer Überdosis Ramipril zu tun?
  12. Darf ich Ramipril während der Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen?
  13. Darf ich Auto fahren, während ich Ramipril nehme?
  14. Darf ich bei der Einnahme von Ramipril Alkohol trinken?

1. Was ist Ramipril?

Ramipril zählt zur Arzneimittelgruppe der ACE-Hemmer (Angiotensin-Konversionsenzym-Hemmer) und wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzschwäche sowie Nierenerkrankungen eingesetzt. Darüber hinaus wird Ramipril zur präventiven Behandlung nach einem Herzinfarkt und bei erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verwendet. Bei Diabetikern mit mindestens einem weiteren Risikofaktor, wie zum Beispiel Rauchen oder einem erhöhten Gesamtcholesterinspiegel, sollte ebenfalls eine vorbeugende Medikation mit einem ACE-Hemmer erfolgen.

2. Wie schnell tritt die Wirkung von Ramipril ein?

Da Ramipril zwar relativ schnell vom Körper aufgenommen wird (nach ca. 1 Stunde), jedoch erst in den aktiven Wirkstoff Ramiprilat umgewandelt werden muss, dauert es zwischen 2-4 Stunden, bis die maximale Blutkonzentration erreicht ist.

Wird Ramipril wie verordnet eingenommen, so stellt sich der Wirkstoffspiegel nach etwa 4 Tagen auf eine weitgehend konstante Konzentration ein und erreicht sein Optimum nach 4-6 Wochen. Wichtig ist außerdem, dass Ramipril einschleichend eingenommen wird. Das bedeutet, dass die Dosis nur langsam erhöht wird, damit sich der Körper daran gewöhnen kann.

Sollte sich nach der ersten Woche keine Besserung der Blutdruckwerte zeigen, kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Nehmen Sie keine höhere Dosis zu sich, als Ihr Arzt es Ihnen verordnet hat.

3. Wie ist Ramipril erhältlich?

Der Erwerb von ACE-Hemmern wie Ramipril ist in Form von Tabletten oder Kapseln mit 1,25 bis 10 mg des Wirkstoffes und nur mit einer ärztlichen Verschreibung möglich. Dabei beträgt die maximale Dosis 10 mg Ramipril pro Tag und muss vom Arzt der zu behandelnden Krankheit entsprechend verordnet werden.

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Ramipril ist der Wirkstoff des Medikaments, welches neben weiteren unter den Handels­namen Delix, Vesdil, RamiLich oder Ramiclair vertrieben wird.

Bei Ramipril plus Amlodipin handelt es sich um ein Medikament mit der Wirkstoffkombination von Ramipril und Amlodipin, welches neben der Wirkung des ACE-Hemmers die zusätzliche Wirkung des Kalziumkanalblockers Amlodipin besitzt. Sollte bei Ihnen eine Therapie mit einem solchen Medikament notwendig sein, werden Sie von Ihrem Arzt über eventuelle Besonderheiten in der Behandlung aufmerksam gemacht.

4. Was muss ich vor der Einnahme von Ramipril beachten?

Unter folgenden Umständen darf Ramipril nicht eingenommen werden:

  • bei Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
  • nach einer Nierentransplantation
  • während einer Dialysebehandlung
  • bei Überproduktion von Aldosteron in der Nebenniere
  • wenn die Abwehrreaktionen des Körpers gestört sind, z.B. bei überschießenden Immunreaktionen, auch während einer Desensibilisierungsbehandlung oder der Einnahme von Immunsuppressiva

Sprechen Sie bei folgenden Gegebenheiten vor der Einnahme von Ramipril mit Ihrem Arzt oder Apotheker:

  • Herzerkrankungen wie Hypertropher Kardiomyopathie, Verengung einer Herzklappe der linken Herzhälfte, koronarer Herzkrankheit
  • Durchblutungsstörung der Hirngefäße
  • eingeschränkte Nierenfunktion oder Verengung einer Nierenarterie
  • Störungen des Flüssigkeit- und Salzhaushaltes, z.B. Erbrechen oder Durchfällen
  • eingeschränkte Leberfunktion
  • Diabetes mellitus
  • Neigung zu angioneurotischem Ödem (Schwellung im Gesicht, an Hand und Fuß)
  • Kollagenosen (Veränderungen im Bindegewebsbereich), wie Lupus erythematodes oder Sklerodermie
  • Herzschwäche nach einem Herzinfarkt, Cor pulmonale, Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris, niedrigem Blutdruck, orthostatischer Hypotonie

Bitte beachten Sie auch, dass bei der Anwendung von ACE-Hemmern verstärkte Überempfindlichkeitsreaktionen auf Allergene (z.B. Insektenstiche) auftreten können.

5. Besitzt Ramipril Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?

Da Ramipril einige Wechselwirkungen mit weiteren Medikamenten besitzt, sollten Sie, insofern Sie weitere Medikamente neben Ramipril einnehmen müssen, diese unbedingt mit Ihrem Arzt oder Apotheker absprechen.

Falls Sie Schmerzmittel einnehmen müssen, während Sie Ramipril nehmen, verzichten Sie auf nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie z.B. Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen, da diese die Wirkung des ACE-Hemmers negativ beeinträchtigen. Zwar birgt die Einnahme von Paracetamol mit Ramipril weniger Risiken, wenn es allerdings darum geht ein geeignetes Schmerzmittel zu finden, sollte jedoch ein Arzt oder Apotheker zur Beratung hinzugezogen werden.

Zu den weiteren Medikamenten, welche die Wirkung und Nebenwirkungen von Ramipril verstärken oder abschwächen können gehören beispielsweise:

  • Aliskiren – bedingt Kaliumüberschuss, Blutdruckabfall und Abnahme der Nierenfunktion
  • Weitere Blutdrucksenker – der Blutdruck könnte zu stark abfallen
  • Spironolacton, Triamteren und Amilorid – erhöhen den Kaliumspiegel
  • Immunsuppressiva und Allopurinol – steigern das Risiko für Blutbildveränderungen
  • Orale Antidiabetika und Insulin – die Blutzuckersenkende Wirkung wird verstärkt
  • Sacubitril / Valsartan – Risiko für Angioödeme stark erhöht

Da es noch einige weitere Arzneimittel gibt, die Wechselwirkungen mit Ramipril hervorrufen können, ist es äußerst wichtig, dieses Thema mit Ihrem Arzt zu besprechen.

6. Wie nehme ich Ramipril ein?

Üblicherweise wird empfohlen, Ramipril morgens und unabhängig von der Mahlzeit mit einem Glas Wasser einzunehmen. Da sich diese Empfehlung jedoch im Wandel befindet und bereits eine erste, allerdings nicht-repräsentative Studie Vorteile einer abendlichen Einnahme der ACE-Hemmer zeigte, sollten Sie sich hierbei unbedingt von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen. Wichtig ist allerdings, dass Sie Ihre täglichen Einnahmezeiten einheitlich gestalten.

Ramipril muss einschleichend eingenommen werden. Das bedeutet, dass die Dosis langsam erhöht wird, damit sich der Körper daran gewöhnen kann.

7. Soll ich eine versäumte Einnahme von Ramipril nachholen?

Wenn Sie eine Einnahme von Ramipril vergessen, sollten Sie die Einnahme nicht nachholen, sondern zum nächsten Einnahmezeitpunkt wieder die verschriebene Dosis einnehmen.

8. Wie lange darf ich Ramipril nehmen?

Die Einnahme von Ramipril ist nicht zeitlich beschränkt. Die Anwendungsdauer richtet sich also nach der Erkrankung und wird von Ihrem Arzt vorgeschrieben.

9. Wie kann ich Ramipril am besten absetzen?

Wenn Sie Ramipril absetzen wollen, ist es äußerst wichtig, dies vorher mit Ihrem Arzt zu besprechen. Setzen Sie Ramipril niemals eigenmächtig und abrupt ab. Zwar führt das abrupte Absetzen von Ramipril nur äußerst selten zu einem sprunghaften Anstieg des Blutdrucks (Rebound-Effekt), jedoch sollte eine individuelle Risikoeinschätzung durch den Arzt erfolgen.

Entzugserscheinungen sind bisher nicht bekannt, jedoch können Nebenwirkungen bis mehrere Tage nach dem Absetzen von Ramipril anhalten.

10. Welche Nebenwirkungen kann Ramipril haben?

Manche Menschen erleiden Nebenwirkungen durch die Einnahme der ACE-Hemmer. Diese sollten aufgrund der möglichen Folgen unverzüglich dem Arzt mitgeteilt werden.

Je nach Ausprägung der Nebenwirkungen sind diese Symptome möglich:

  • trockener Reizhusten, Bronchospasmus
  • starker Blutdruckabfall
  • Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen
  • Hautausschlag
  • Krampfanfälle
  • Brustschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Nierenfunktionsstörung
  • Appetitlosigkeit
  • depressive Verstimmungen
  • Pankreatitis

Wenn Sie allergisch auf Ramipril reagieren, müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Anzeichen für eine schwere allergische Reaktion sind:

  • Hautausschlag, zum Beispiel juckende, rote oder geschwollene Haut
  • Keuchen
  • Atemnot und Kreislaufprobleme
  • Verschlechterung des Allgemeinzustandes

11. Was ist bei einer Überdosis Ramipril zu tun?

Falls Sie eine Überdosierung an ACE-Hemmern (z.B. mehr als 10 mg Ramipril pro Tag) eingenommen haben, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus kontaktieren. Falls Sie sich in die Notaufnahme begeben, sollten Sie nicht selbst fahren, sondern einen Krankenwagen rufen oder jemanden bitten, Sie zu fahren.

Je nach Ausmaß einer Überdosierung sind diese Symptome möglich:

  • starker Blutdruckabfall
  • verlangsamte Herzschlagfolge bis hin zum Kreislaufversagen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Krampfanfälle
  • Lähmungserscheinungen
  • Nierenfunktionsstörung
  • verzögerte Harnausscheidung

12. Darf ich Ramipril während der Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen?

Zwar ist eine Einnahme von Ramipril unter ärztlicher Aufsicht im ersten Schwangerschaftsdrittel noch möglich, darüber hinaus ist eine weitere Einnahme des Medikaments jedoch kontraindiziert, da das ungeborene Kind erheblichen Schaden nehmen könnte. Ihr Arzt wird Sie daher auf einen anderen Blutdrucksenker umstellen, welcher sicher für Mutter und Fötus ist.

Während der Stillzeit darf Ramipril nicht angewendet werden, da es in die Muttermilch übergehen kann. Sollten Sie während der Stillzeit einen Blutdrucksenker brauchen, müssen Sie sich unbedingt an Ihren Arzt wenden. Dieser wird Sie auf einen anderen Blutdrucksenker umstellen und Sie über die möglichen Risiken während der Stillzeit aufklären.

13. Darf ich Auto fahren, während ich Ramipril nehme?

Manche Personen erfahren zu Anfang einer Ramipril-Medikation Nebenwirkungen wie Schwindel oder Müdigkeit, weshalb dringend davon abzuraten ist, Maschinen zu bedienen oder Auto zu fahren. Zudem kann Ramipril schon in normalen Dosierungen Ihr Reaktionsvermögen beeinflussen. Haben Sie sich nach einiger Zeit an den Effekt von Ramipril gewöhnt, können Sie besser einschätzen ob es für Sie sicher ist, am Straßenverkehr teilzunehmen.

14. Darf ich bei der Einnahme von Ramipril Alkohol trinken?

Sollten Sie während der Einnahme von Ramipril Alkohol zu sich nehmen, können Schwindel und Benommenheit auftreten, da eine akute Alkoholaufnahme die blutdrucksenkende Wirkung kurzfristig verstärken kann. Auch Ihr Reaktionsvermögen kann bei der Einnahme von Ramipril in Kombination mit Alkohol beeinträchtigt sein. Aus diesen Gründen ist es besser, auf Alkohol mit Ramipril zu verzichten.


Wir hoffen, die Informationen in diesem Artikel sind hilfreich und bitten Sie, diese lediglich als solche wahrzunehmen. Dieser Artikel ersetzt keinen professionellen ärztlichen Rat. Falls Sie Bedenken zu Ihrer Medikation haben, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Dies ist besonders wichtig, falls Sie mehrere Medikamente einnehmen oder bestehende Risikofaktoren oder Unverträglichkeiten haben.

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