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Tecfidera: Antworten auf 8 häufig gestellte Fragen zu Dimethylfumarat

Apotheker-geprüfte Auskunft zur Wirkung, Nebenwirkungen und Anwendung von Tecfidera

Tecfidera ist ein Medikament zur Behandlung der schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose [MS]. Tecfidera ist oral einzunehmen. Es enthält den Wirkstoff Dimethylfumarat. Dieser Artikel beantwortet die am häufigsten gestellten Fragen um das Medikament.

Wir hoffen, die Informationen in diesem Artikel sind hilfreich und bitten Sie, diese lediglich als solche wahrzunehmen. Dieser Artikel ersetzt keinen professionellen ärztlichen Rat. Falls Sie Bedenken zu Ihrer Medikation haben, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Dies ist besonders wichtig, falls Sie mehrere Medikamente einnehmen oder bestehende Risikofaktoren oder Unverträglichkeiten haben.

  1. Was ist Tecfidera (Dimethylfumarat)?
  2. Wozu wird Tecfidera (Dimethylfumarat) verwendet?
  3. Wie funktioniert Tecfidera (Dimethylfumarat)?
  4. Was sind die Nebenwirkungen von Tecfidera (Dimethylfumarat)?
  5. Warum verursacht Tecfidera (Dimethylfumarat) Rötungen und wie lange halten diese an?
  6. Darf ich Tecfidera während der Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen?
  7. Darf ich während der Einnahme von Tecfidera Alkohol trinken?
  8. Was sind die Unterschiede zwischen Tecfidera, Skilarence und Fumaderm?

1. Was ist Tecfidera (Dimethylfumarat)?

Tecfidera ist ein Markenname für Dimethylfumarat und wird zur Behandlung schubförmiger Ausprägungen der Multiplen Sklerose (MS) verwendet. Es ist in Kapseln mit verzögerter Wirkstofffreisetzung in Stärken von 120 mg oder 240 mg erhältlich. Das Arzneimittel wird im Ganzen mit Flüssigkeit, z.B. einem Glas Wasser eingenommen.

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Die Behandlung mit Tecfidera wird als krankheitsmodifizierende Therapie für MS eingestuft. Das bedeutet, dass die Arznei keine Heilung verspricht, aber die Anzahl der Schübe einer Person verringern und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen kann.

Obwohl die Wirkungsweise von Tecfidera noch nicht vollständig untersucht ist, legen Forschungsergebnisse nahe, dass sie:

  • entzündungshemmend
  • und immunsuppressiv wirkt.

So wird der, durch das eigene Immunsystem verursachte Schaden, auf das Myelin der Nervenzellen begrenzt.

In Frage 3 können Sie mehr darüber lesen, wie Tecfidera sich auswirken kann.

2. Wozu wird Tecfidera (Dimethylfumarat) verwendet?

Tecfidera wird zur Behandlung der schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose eingesetzt. In der Regel besteht das empfohlene Schema aus 240 mg-Kapseln, die zweimal täglich eingenommen werden, was einer täglichen Gesamtdosis von 480 mg entspricht. Zu Beginn der Behandlung gibt es eine einwöchige “Titrationsphase”, während der das Therapieschema aus 120 mg-Kapseln besteht, die zweimal täglich eingenommen werden. Das entspricht einer täglichen Gesamtdosis von 240 mg.

Die schubförmigen Ausprägungen umfassen:

Das klinisch isolierte Syndrom
Das klinisch isolierte Syndrom bezieht sich auf eine einzelne Episode neurologischer Symptome, die mindestens 24 Stunden andauert. Da es sich dabei um eine einzelne Episode von Symptomen handelt, wird es manchmal als eine andere Erkrankung als die MS betrachtet; gelegentlich bezeichnet man es als die früheste Form der schubförmig remittierenden MS.

Der Zweck der Behandlung mit Tecfidera besteht darin, das Fortschreiten einer schubförmig remittierenden MS zu verhindern oder zu verlangsamen.

Schubförmig remittierende Erkrankung
Während eine einzelne Episode neurologischer Symptome als klinisch isoliertes Syndrom bezeichnet wird, bedeutet die zweite Episode, dass die Erkrankung zur schubförmig remittierenden MS bzw. Erkrankung fortgeschritten ist.

Nichtsdestotrotz besteht der Zweck der Tecfidera-Therapie darin, das Fortschreiten der Krankheit hinauszuzögern und die Anzahl der Schübe zu verringern.

3. Wie funktioniert Tecfidera (Dimethylfumarat)?

Es wird angenommen, dass Tecfidera:

  • Entzündungen reduziert und so Schäden begrenzt, die durch das Immunsystem verursacht werden, welches das Myelin angreift.

  • Nervenzellen vor Schäden durch Chemikalien schützt, die während des Immunangriffs freigesetzt werden.

Obwohl die genaue Funktionsweise bisher nicht vollständig untersucht ist, gibt es Hinweise darauf, dass sie mit dem sogenannten Nrf2-Pfad zusammenhängt. Sowohl der Wirkstoff von Tecfidera, Dimethylfumarat, als auch sein Hauptmetabolit (Substanzen, die freigesetzt werden, wenn der Körper das Medikament metabolisiert oder „abbaut“), Monomethylfumarat, haben sich als Aktivatoren des Nrf2-Weges erwiesen.

Der Nrf2-Pfad ist an der zellulären Reaktion auf oxidativen Stress (Ungleichgewicht von freien Radikalen und Antioxidantien im Körper) beteiligt. Die Aktivierung des Nrf2-Pfads kann die Freisetzung von Antioxidantien auslösen, die helfen, die Entzündungsreaktion des Immunsystems zu regulieren, die fälschlicherweise gegen das Myelin arbeitet und dadurch die mit MS verbundenen Symptome verursacht.

Forschungsergebnisse durchgeführter Studien lassen jedoch auch darauf schließen, dass Tecfidera einen anderen – vom Nrf2-Pfad unabhängigen – Wirkmechanismus haben könnte.

Befunde einer Studie aus dem Jahr 2016 erklären, dass Tecfidera auf etwa 50 verschiedene Proteine wirkt. Darunter auch auf solche, die an der Aktivierung von immunen T-Zellen beteiligt sind (was die Zellen miteinschließt, die mit MS in Verbindung gebracht werden). Die Blockade der Produktion solcher T-Zellen ist ein möglicher Grund für die Wirksamkeit von Tecfidera.

Die Forschung arbeitet intensiv am Gewinn von Erkenntnissen über den Wirkungsmechanismus von Tecfidera und anderen MS-Medikamenten. Aus diesen Befunden könnten neue Medikamente mit größerem Wirkungsgrad entwickelt werden und Arzneien mit weniger oder weniger schwerwiegenden Nebenwirkungen.

4. Was sind die Nebenwirkungen von Tecfidera (Dimethylfumarat)?

Häufige Nebenwirkungen

Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören:

  • Flush (Rötungen und Hitzewallungen)
  • Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Magenschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Verdauungsstörungen

Diese Symptome treten mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Beginn der Behandlung auf und lassen oft nach, sobald der Körper sich darauf eingestellt hat. Wenn diese Symptome schwerwiegend sind, sollte sofort ein Arzt kontaktiert werden. Sie sie nicht schwerwiegend, aber lästig, sollten Patienten den Hausarzt oder einen Apotheker aufsuchen um einen Weg zu finden, sie zu lindern. Eine Möglichkeit ist die Einnahme von rezeptfreien Arzneimitteln wie Acetylsalicylsäure (gegen Hitzewallungen) oder Antazida (bei gastrointestinalen Symptomen).

Weniger häufige Nebenwirkungen

Zu den weniger häufigen Nebenwirkungen gehören:

  • Hautausschlag
  • Juckreiz

Wie die Rötungen treten diese Symptome eher am Anfang der Therapie auf und klingen ab, wenn der Körper sich an das Medikament gewöhnt hat.

Nicht im Beipackzettel aufgeführt aber nach vereinzelten Aussagen zufolge berichten Patienten von Haarausfall oder Gewichtsveränderungen.

Zu den weniger häufigen, jedoch schwerwiegenden Nebenwirkungen gehören:

  • Die Verminderung der Anzahl von weißen Blutkörperchen (vor und während der Behandlung sollte der Arzt diese testen) und
  • Leberprobleme, zu deren Anzeichen schwere Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Schmerzen auf der rechten Seite des Magens, dunkler oder brauner Urin und Gelbfärbung der Haut zählen

Werden Symptome von Leberproblemen festgestellt, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Andere ernste Nebenwirkungen von Tecfidera:

  • Progressive multifokale Leukoenzephalopathie – eine seltene Virusinfektion des Gehirns, die gewöhnlich zum Tod oder zu schwerer Behinderung führt
  • Herpes Zoster (Gürtelrose) und andere schwere opportunistische Infektionen

Obwohl diese Nebenwirkungen ungewöhnlich sind, sollten mit Tecfidera verbundene Risiken mit medizinischen Betreuern abgesprochen werden.

Schwere allergische Reaktionen

Obwohl ernste allergische Reaktionen auf Tecfidera selten sind, können sie auftreten. Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion sollten als medizinischer Notfall behandelt werden. Dazu gehören:

  • Hautausschlag - zum Beispiel juckende, gerötete oder geschwollene Haut
  • Keuchen
  • Enge in der Brust oder im Rachen
  • Schwierigkeiten beim Atmen oder Sprechen
  • Geschwollener Mund, geschwollenes Gesicht, geschwollene Lippen, geschwollene Zunge oder geschwollener Rachen

Dies ist keine vollständige Liste der möglichen Nebenwirkungen von Tecfidera. Eine Gesamtauflistung der Nebenwirkungen kann der Packungsbeilage entnommen werden. Es ist wichtig, mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin zu sprechen, um Informationen über das Risiko von Nebenwirkungen und die Schritte zu erhalten, die die ergriffen werden können, um diese zu verhindern oder zu kontrollieren.

5. Warum verursacht Tecfidera (Dimethylfumarat) Rötungen und wie lange halten diese an?

Es wird vermutet, dass Tecfidera (und andere Dimethylfumarat-haltige Medikamente) Flush (Hautrötungen mit Hitzewallungen) verursacht, indem es einen Rezeptor namens Hydroxycarbonsäure-Rezeptor 2 (HCA₂, auch bekannt als Niacin-Rezeptor 1 [NIACR1] und GPR109A) in den Zellen der Epidermis (äußere Hautschicht) aktiviert.

Dabei handelt es sich um denselben Wirkungsmechanismus wie bei der Niacin-induzierten Rötung, die eine häufige Nebenwirkung hochdosierter Niacin (Vitamin)-Präparate ist, die häufig zur Behandlung hoher Cholesterinwerte eingesetzt werden.

Acetylsalicylsäure (Aspirin®) kann helfen, die Prävalenz oder den Schweregrad von Hautrötungen zu verringern, wenn es etwa 30 Minuten vor der Einnahme der Tecfidera-Dosis eingenommen wird.

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure ist jedoch möglicherweise nicht für jedermann geeignet und kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hervorrufen.

Auch die Einnahme von Tecfidera nach dem Essen kann dazu beitragen, Hitzewallungen zu verhindern.

6. Darf ich Tecfidera während der Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen?

Nein, von der Behandlung mit Tecfidera wird während der Schwangerschaft abgeraten. Ebenso wenig ratsam ist eine Anwendung des Medikaments während der Stillzeit. Eventuell ist ein Abstillen zu erwägen.

7. Darf ich während der Einnahme von Tecfidera Alkohol trinken?

Bis zu einer Stunde nach der Einnahme von Tecfidera sollte der Konsum von Alkohol über 30% Vol.(bereits in kleinen Mengen) vermieden werden, da eine Wechselwirkung zum Medikament auftreten kann. Dies könnte zu einer Magenentzündung (Gastritis) führen, insbesondere bei Patienten, die für eine Gastritis bereits anfällig sind. Der gemäßigte Konsum von Alkohol unter 30% Vol. beeinflusst nicht die Wirkung und erhöht auch nicht die Gefahr für Nebenwirkungen.

8. Was sind die Unterschiede zwischen Tecfidera, Skilarence und Fumaderm?

Tecfidera, Skilarence und Fumaderm sind allesamt Markennamen für Arzneimittel, die den Wirkstoff Dimethylfumarat enthalten. Zu den Unterschieden zwischen den Medikamenten gehören chemische Strukturen und zugelassene Anwendungen (die auch von Land zu Land unterschiedlich sind).

Tecfidera
Tecfidera ist von der Food and Drug Administration (FDA) in den USA, von der European Medicines Agency (EMA) in der Europäischen Union und auf anderen Märkten weltweit zur Behandlung schubförmiger Formen der Multiplen Sklerose zugelassen. Es enthält den Wirkstoff Dimethylfumarat und wird zweimal täglich zu einer Mahlzeit eingenommen.

Skilarence
Skilarence ist ein Markenname für ein weiteres Medikament, das Dimethylfumarat enthält. Es ist jedoch von der EMA für die Behandlung von Plaque-Psoriasis (Schuppenflechte) zugelassen und ist (zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels) nicht zur Behandlung von Multipler Sklerose zugelassen. Bei Skilarence wird eine Höchstdosis von 240 mg-Tabletten dreimal täglich eingenommen. Wenn sich niedrigere Mengen als wirksam erweisen, wird die Dosis reduziert.

Fumaderm
Fumaderm ist ein weiterer Markenname für Dimethylfumarat, das auch Kalzium-, Zink- und Magnesiumsalze von Monomethylfumarat enthält. Es ist in Deutschland ebenfalls für die Behandlung von Schuppenflechte zugelassen.


Wir hoffen, die Informationen in diesem Artikel sind hilfreich und bitten Sie, diese lediglich als solche wahrzunehmen. Dieser Artikel ersetzt keinen professionellen ärztlichen Rat. Falls Sie Bedenken zu Ihrer Medikation haben, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Dies ist besonders wichtig, falls Sie mehrere Medikamente einnehmen oder bestehende Risikofaktoren oder Unverträglichkeiten haben.

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