Entzündungshemmende Ernährung bei Arthritis oder Psoriasis‑Erkrankungen

Warum es wichtig ist, während der Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen auf entzündungshemmende Lebensmittel zurückzugreifen

Raisa Yogiaman
Raisa Yogiaman
9. Juni 2021
Hand greift nach Schüssel mit grünem Gemüse: Titelbild zu

Experten glauben, dass die Lebensmittel und Getränke, die wir jeden Tag konsumieren, einen großen Effekt auf die Entzündungsprozesse in unserem Körper haben. In diesem Artikel schauen wir uns die Vorteile von entzündungshemmenden Lebensmitteln für Ihre Gesundheit an, wem eine solche „anti-inflammatorische“ Ernährung besonders helfen kann und stellen eine Liste entzündungs­hemmender und entzündungs­fördernder Lebensmittel vor.

Das Auftreten von Entzün­dungen ist sehr natürlich. Sie sind Immun­reaktionen unseres Körpers – wenn Fremd­körper wie Viren oder Bakterien abge­wehrt werden, sprechen die Exper­ten bereits von einer Ent­zündung. Dabei sind die meisten „stillen“ Ent­zün­dungen gar nicht bemerk­bar. Im alltäg­lichen Sprachge­brauch bezeichnen wir allerdings erste Anzeichen von Schwellungen, Schmerzen und Rötungen als Entzün­dung. Wenn sie über einen längeren Zeit­raum anhält, kann eine Entzündung zu schwer­wiegenden gesund­heitlichen Problemen führen – beispielsweise zu Arthritis, Schuppenflechte (Psoriasis) oder Herzerkrankungen.

Was entzündungshemmende Lebensmittel drauf haben

Vermutlich nehmen Sie bereits Medi­kamente ein, die gegen Erkran­kungen helfen, bei denen Entzündungen eine grund­legende Rolle spielen. Entzündungs­hemmende – sogenannte anti-inflamma­torische –Ernährung kann Ihre Behand­lung unter­stützen und zu einem gestei­gerten Wohlbe­finden beitragen. Eine medikamen­töse Therapie ersetzen kann eine Ernährungs­umstellung allerdings nicht.

Lebensmittel, die Entzündungs­prozesse fördern, sind allgemein als ungesund bekannt. Einige dieser Lebensmittel können beispiels­weise zu einer Gewichts­zunahme führen. Selbst wenn Sie keine entzündungsbedingte Erkrankung haben, kann der Verzehr von anti-inflamma­torischen Lebensmitteln dabei helfen, das Risiko für andere Gesundheits­probleme langfristig zu senken.

Wem können entzündungs­hemmende Lebensmittel helfen?

Binden Sie diese Lebensmittel in Ihren Ernährungs­plan ein – so wird gesundes Essen zur Routine. Haben Sie eine der folgen­den Erkrankungen, kann diese Essge­wohnheit sogar dabei helfen, Entzündungs­schübe zu bekämpfen.

  • Arthritis-Erkrankungen, wie rheuma­toide Arthritis, Osteo­arthritis und Gicht
  • Darmerkrankungen, wie z. B. Mor­bus Crohn und Colitis Ulcerosa
  • Schuppenflechte
  • Asthma bronchiale
  • Metabolische Syndrome (eine Samm­lung von Erkrankungen, die häufig gleich­zeitig auftreten) – wie Fettlei­bigkeit, Typ-2-Diabetes, Bluthoch­druck und Herz-Kreislauf-Erkran­kungen

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Diese Liste ist keine voll­ständige Auf­zählung von Erkran­kungen, die durch den Ver­zehr von entzündungs­hemmenden Lebens­mitteln gelin­dert werden können. Besprechen Sie dieses Thema am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, um sicher­zugehen, dass eine spezielle Diät zur Kräf­tigung Ihrer Gesundheit beitragen kann.

Liste antient­zündlicher Lebensmittel

Zu den anti-inflammatorischen Lebens­mitteln gehören verschiedene Arten von Obst, Gemüse, Vollkorn­produkten, pflanzlichen Proteinen, fettreichem Fisch und Kräutern sowie Gewürzen.

1. Früchte: Beeren, Kirschen, Avocados und Tomaten

  • Beeren liefern Antioxidantien (speziell Anthocyane), die Entzün­dungen reduzieren und die Ihre Immunität stärken können.
  • Avocados gelten als Superfood. Zurecht! Denn sie liefern viele nützliche Stoffe wie Kalium, Ballast­stoffe, Carotinoide und Tocopherole (verringern das Krebsrisiko). Außerdem enthalten sie einfache ungesättigte Fette, die Ihre Herz­gesundheit unterstützen.
  • Tomaten wiederum sind ebenfalls Antioxidantien-Lie­feranten. Sie haben einen hohen Lycopin-Gehalt, der Entzün­dungen vermindert und verschiedenen Krebsarten vorbeugt.

2. Gemüse: Grünkohl, Spinat und Brokkoli

  • Blattgemüse (wie Grünkohl und Spinat) enthält antioxidative Verbin­dungen, die zur Entgiftung des Körpers beitragen und entzündungs­hemmend wirken. Außerdem sind sie reich an Vitamin C, das das Immunsystem stärkt.
  • Brokkoli ist außerdem äußerst nahrhaft und enthält Sulfora­phan, ein Antioxidant mit starker entzündungs­hemmender Wirkung.

3. Vollkornprodukte: Haferflocken, brauner Reis

  • Haferflocken sind reich an Anti­oxidantien namens Avenanthramide. Sie können dabei helfen, Entzün­dungen zu unterdrücken. Ihre unraffinierten Körner haben einen hohen Anteil an Ballast­stoffen, die eine wichtige Rolle bei der Reduzierung von Ent­zündungen spielen können (dies gilt auch für braunen Reis).

4. Pflanzliche Proteine: Kichererbsen, Seitan und Linsen
Wenn Sie einen vege­tarischen Lebensstil pflegen, sind Sie sehr wahrscheinlich bereits mit diesen pflanzlichen Proteinen vertraut. Die meisten pflanzlichen Proteine enthalten antioxi­dantienreiche Poly­phenole, denen eine fettlösende, krebs­hemmende, diabetes­hemmende und entzündungs­hemmende Wirkung zugeschrieben wird.

5. Nüsse: Walnüsse und Mandeln
Neben Avocados und nativem, kaltge­presstem Olivenöl sind Nüsse eine Nahrungs­quelle für gesunde Fette. Achten Sie beim Verzehr von Nüssen auf die Portions­größe, da alle Arten von Nüssen unterschiedliche Nährwert­faktoren enthalten. Im Sinne einer vorbeugenden Ernährung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung täglich eine Handvoll, etwa 25 g, davon zu essen.

6. Fetter Fisch: Lachs, Thunfisch und Sardinen
Fische sind eine großartige Quelle für Omega-3-Fettsäuren und Eiweiß (Proteine). Ihr Körper verstoffwechselt diese Fettsäuren zu Verbin­dungen namens Resolvine und Protectine, die eine entzün­dungshemmende Wirkung haben.

7. Kräuter und Gewürze: Kurkuma
Curcumin, ein Stoff der in Kurkuma zu finden ist, ist berühmt für seine starke entzündungs­hemmende Wirkung. Wenn Sie Kurkuma zusammen mit schwarzem Pfeffer kon­sumieren, kann dies die Absorption von Curcumin deutlich erhöhen.

8. Andere Lebensmittel: dunkle Schokolade, grüner oder schwarzer Tee und Olivenöl

  • Dunkler Schokolade ist nicht nur ein süßer Genuss. Schokolade ist auch reich an Anti­oxidantien namens Flavanolen, die entzündungs­hemmend wirken. Achten Sie darauf, dass die dunkle Schokolade Ihrer Wahl mindestens 70 % Kakao enthält, um diese entzündungs­hemmende Wirkung nutzen zu können.
  • Grüner Tee ist reich an Catechin-Verbindungen, von denen angenommen wird, dass sie für die krebs­bekämpfenden, anti­oxidativen, probio­tischen und stoffwechsel­anregenden Vorteile des Tees verantwortlich sind. Schwarzer Tee hat ebenfalls entzündungs­hemmende Eigenschaften, allerdings sind diese weniger stark.
  • Einigen Forschungs­ergebnissen zufolge hat Oleo­canthal (ein Antioxidant, das in Olivenöl enthalten ist) eine ähnliche entzündungs­hemmende Wirkung wie Ibu­profen. Es wird angenommen, dass natives Olivenöl nicht nur die Entzün­dung unterdrückt, sondern auch die Blutgefäße gut erhält, die Insulin-Empfind­lichkeit erhöht und den Bluthochdruck senkt.

Diese Lebensmittel fördern Entzündungsprozesse

Allgemein fördern stark verarbeitete Lebens­mittel wie frittierte Speisen und zuckergesüßte Getränke Entzündungen. Hier sind einige Beispiele für Lebens­mittel und Getränke, die Ihre Entzündungs­werte in die Höhe treiben:

  • Junk Food: Fast Food und Kartoffelchips
  • Raffinierte Kohlenhydrate: Backwaren, Weißbrot, Nudeln und weiße Cracker
  • Verarbeitetes Fleisch: Hot Dogs, Würstchen, Speck, Salami und Dörrfleisch
  • Frittierte Lebensmittel: Pommes frites, Brat­hähnchen und Donuts
  • Transfette: Margarine, Shortening und Schmalz
  • Mit Zucker gesüßte Getränke: Energydrinks, Sport­getränke, Limonaden und süßer Tee

Fazit

Der Verzehr von anti-inflamma­torischen Lebensmitteln ist nicht empfehlens­wert, wenn Sie eine chronisch-entzündliche Erkran­kung haben. Wir raten Ihnen zu der Liste anti-entzünd­licher Lebens­mittel zurückzugreifen, wenn Sie ganz allgemein Gesundheits­risiken aus dem Weg räumen möchten. Eine Ernährungs­umstellung kann insbesondere in der Verbindung mit entzündungs­hemmenden Medika­menten Ihre Beschwerden deutlich lindern. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, welche Essgewohn­heiten gut mit Ihrer Behandlung vereinbar sind.


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