Schuppenflechte: Was hilft Ihrem Kind? 5 Tipps für Eltern

Bei Schuppenflechte ist für Kinder und Jugendliche die Unterstützung der Eltern besonders wichtig

Lisa
Lisa
20. Mai 2019
Schuppenflechte: was hilft Kindern Titelbild

Oft machen sich die ersten Anzeichen von Schuppenflechte (auch als Psoriasis bekannt) bereits im Kindes- oder Jugendalter bemerkbar. Besonders für Heranwachsende und junge Erwachsene kann das Leben mit der Erkrankung belastend sein und sogar bis hin zur sozialen Isolation führen. Deshalb ist es für Kinder und Jugendliche wichtig, von ihren Eltern Unterstützung zu erhalten – vor allem auch in emotionaler Hinsicht. Erfahren Sie, was Sie als Elternteil tun können, um Ihrem Kind bei Schuppenflechte beizustehen. Entscheidend ist vor allem, dass Sie sich selbst einen Wissensschatz über die Erkrankung aneignen. Denn Halbwissen bringt weder Sie, noch Ihr Kind weiter, sondern führt zu unnötiger Angst, weiteren Frage­zeichen und womöglich sogar falschen Schlüssen und Therapie­ansätzen. Je mehr Sie deshalb über die Krankheit wissen, desto besser können Sie Ihren Sprössling unterstützen und auch schwierige Fragen beantworten, die Ihr Kind Ihnen stellt.

Was ist Schuppenflechte und was verursacht es?

Zunächst einmal wird Schuppenflechte als Hauterkrankung gesehen. Das ist auch grundsätzlich richtig, da die meisten Symptome die Haut betreffen. Da die Ursachen der Schuppenflechte aber noch nicht hinreichend erforscht sind, gelangen Wissenschaftler immer wieder zu neuen Erkenntnissen. So weiß man, dass es sich bei Schuppenflechte um eine Autoimmun­erkrankung handelt, was bedeutet, dass das Immunsystem sich gegen den eigenen Körper richtet. Bei Schuppenflechte hat das zur Folge, dass sich die Haut schneller erneuert als sie das normalerweise tut, was zu den typischen Plaques beziehungsweise Hautschuppen und roten Stellen führt. Zugrunde liegen Entzündungs­reaktionen im Körper, die letztlich die verschiedenen Symptome auslösen.

Doch Schuppenflechte ist nicht gleich Schuppenflechte. Es gibt verschiedene Arten, die sich unterscheiden lassen. Meist sind die Symptome ähnlich. Doch um die Krankheit besser verstehen und behandeln zu können, ist es wichtig, zu wissen, um welche Art es sich bei Ihrem Kind handelt. Unterschieden werden können grundsätzlich:

  • Plaque-Psoriasis/Psoriasis Vulgaris: Es treten – meist an Knien und Ellenbogen, Kopfhaut, Ohren oder Rücken – entzündliche, rote Stellen auf, auf denen sich silbrig-weiße Schuppen bilden.
  • Psoriasis Guttata: Hierbei bilden sich rote Flecken, überwiegend an Armen, Beinen Bauch oder Brust, die meist recht großflächig sind.
  • Psoriasis Inversa: Diese Form beschränkt sich in der Regel auf Hautfalten (Achselhöhlen, unter den Brüsten, in den Gesäßfalten, um die Genitalien) und verursacht einen Ausschlag, der glatt und glänzend aussieht.
  • Pustulöse Psoriasis/Psoriasis Pustulosa: Diese eher seltene und schwere Form der Schuppenflechte ist durch rote Haut mit erhabenen, weißen, eitrigen Pusteln gekennzeichnet. Beachtet werden muss hierbei, dass es sich bei Psoriasis pustulosa generalisata – einer bestimmten Form der pustulösen Psoriasis – um einen medizinischen Notfall handelt. Denn sie wird begleitet von Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen und anderen Symptomen. Die zweite Form - Psoriasis pustulosa palmoplantaris – beschränkt sich dagegen auf die Handflächen und Fußsohlen, während die dritte und seltenste Form Akrodermatitis suppurativa sich an den Fingerspitzen und Enden der Zehen zeigt.
  • Erythrodermische Psoriasis: Diese Form kann mit ihren Rötungen mehr als 90 Prozent des Körpers bedecken, wobei sich der Ausschlag extrem schnell ausbreiten und die Haut oft großflächig abfällt.

5 Tipps, wie Sie einen jungen Menschen mit Schuppenflechte unterstützen können

1. Unnötige emotionale Traumata vermeiden

Wie bereits erwähnt, gilt die Schuppenflechte als eine Autoimmunerkrankung. Es gibt Hinweise darauf, dass Emotionen wie Stress und Angst eine hormonelle Reaktion auslösen, die das Verhalten des Immunsystems beeinflussen kann. Traumatische Erfahrungen und der damit verbundene Stress können daher Schuppenflechte auslösen oder diese verschlimmern. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Kind keinen traumatischen Erfahrungen ausgesetzt ist, die sich eigentlich vermeiden ließen. Natürlich bedeutet das nicht, dass Sie Ihr Kind in Watte packen sollten. Immerhin gehören Erfahrungen zum Erwachsen werden dazu. Doch liegt es an Ihnen, zu beurteilen, ob Ihr Sprössling bestimmten Erlebnissen gewachsen ist. Ihr Kind selbst vermag das nämlich nicht immer einzuschätzen und überfordert sich womöglich.

2. Achten Sie auf die psychische Gesundheit Ihres Kindes

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Schuppenflechte und psychischen Erkrankungen. Denn Menschen, die mit Schuppenflechte leben, entwickeln nicht selten ein Schamgefühl. Immerhin sehen auch Außenstehende die Erkrankung. Das kann zum einen zu Ablehnung führen, da viele Menschen nicht wissen, worum es sich handelt und womöglich eine Ansteckung fürchten. Doch auch Ihr Kind selbst macht sich höchstwahrscheinlich Gedanken und hat Angst davor, ausgegrenzt und abgestoßen zu werden. Dies wiederum kann dazu führen, dass es sich isoliert, sich einigelt und womöglich sogar eine Depression oder Angstzustände entwickelt.

Psychische Probleme, die im Kindes- oder Jugendalter auftreten, können sich weiter durch das Leben ziehen und auch im Erwachsenenalter zu Symptomen wie Schlafstörungen, sexueller Dysfunktion, Persönlichkeitsstörungen, Angstzuständen, Anpassungsstörungen oder Depressionen führen und sogar ein Auslöser für Süchte sein, mit denen diese Probleme kompensiert werden sollen. Nehmen Sie daher die Gefühle Ihres Kindes ernst und achten Sie auf Anzeichen für eine Depression. Denn je früher Sie bemerken, dass etwas nicht stimmt und ärztliche Unterstützung suchen, umso besser kann Ihrem Kind geholfen werden.

3. Ziehen Sie alle Behandlungsoptionen in Betracht

Es gibt scheinbar unendliche Behandlungsmöglichkeiten für Schuppenflechte. Topische Behandlungen, wie Cremes und Salben, sind oft die erste Maßnahme – insbesondere bei leichter Schuppenflechte. Darüber hinaus existieren verschiedene Formen der Lichttherapie, orale oder injizierte Medikamente und alternative Behandlungsmöglichkeiten. Während Sie natürlich mit einem Arzt über die Möglichkeiten der Schulmedizin sprechen sollten, sollten Sie auch natürlichen und alternativen Heilmethoden eine Chance geben. So können ergänzende Behandlungen, wie Kräuterheilmittel und Yoga unterstützend eingesetzt werden. Natürlich muss all dies mit dem Arzt Ihres Kindes besprochen werden. Dennoch lohnt es sich, dass Sie sich die Zeit zu nehmen, um eigene Recherchen durchzuführen, damit Sie alle Möglichkeiten offen mit Ihrem Kind diskutieren können.

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4. Finden Sie eine geeignete Diät

Neben emotionalem Stress kann auch die Ernährung mit Schuppenflechte zusammenhängen. Bestimmte Nahrungs­mittel­unverträglich­keiten können die Erkrankung auslösen oder verschlimmern. Achten Sie daher darauf, ob sich die Schuppenflechte verschlimmert, wenn Ihr Kind bestimmte Lebensmittel zu sich nimmt. Typisch sind beispielsweise Unverträglich­keiten gegen Weizen, Gluten, Zucker, Nachtschattengewächse oder ähnliches. Entsprechend kann sich die Schuppenflechte auch verbessern, wenn diese Nahrungsmittel weggelassen werden. Es gibt allerding auch Nahrungsmittel, die sich positiv auf die Symptome auswirken können. Zu ihnen zählen unter anderem mehrfach ungesättigte Omega-3 Fettsäuren, Obst und Gemüse sowie Probiotika. Zwar ist nicht immer klar, warum bestimmte Lebensmittel einen positiven oder negativen Einfluss auf die Symptome haben, doch hat es sich bewährt, auf die Ernährung zu achten und diese entsprechend anzupassen.

Ein Patent-Rezept gibt es dabei allerdings nicht. Deshalb müssen Sie innerhalb der Familie selbst herausfinden, was bei Ihrem Kind auf dem Speiseplan stehen sollte und was besser nicht. Helfen kann dabei beispielsweise ein Ernährungstagebuch, mit dem Sie bestimmte Muster erkennen und entsprechend reagieren können. Auch Ihr Arzt wird für solche Informationen dankbar sein, da er dann die Therapie entsprechend anpassen und gegebenenfalls schwächere Medikamente verschreiben kann.

5. Überprüfen Sie Vitamin D-Mangel

Lassen Sie den Vitamin-D-Spiegel Ihres Kindes überprüfen. Besonders wenn Sie in einem Land leben, in dem sich die Sonne im Winter nur selten blicken lässt, ist ein Vitamin-D-Mangel wahrscheinlich und das Immunsystem kann nicht seine volle Leistung bringen. Mittlerweile gilt es als erwiesen, dass das Sonnenvitamin D für viele Prozesse im Körper verantwortlich ist. So wird an­genommen, dass es mit über 200 Genen im menschlichen Körper interagiert und diese beeinflusst. Ein Kernbereich betrifft auch den Zusammenhang mit Autoimmun­erkrankungen. Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass Vitamin D-Mangel bei Menschen mit MS, rheumatoider Arthritis, Lupus und anderen Autoimmunerkrankungen häufiger auftritt. Auch mit Schuppenflechte wurde es in Verbindung gebracht. Der genaue Zusammenhang bleibt allerdings unklar und wird in der medizinischen Fachwelt immer noch diskutiert.

Grundsätzlich gilt: eignen Sie sich so viel Wissen wie möglich an, ohne dabei in Hektik oder Aktivismus zu verfallen. Sprechen Sie mit dem Arzt Ihres Kindes, schließen Sie sich gegebenenfalls Selbsthilfegruppen an und vor allem: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Erkrankung.


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